In meiner Hundeschule gibt es regulär keine Welpenspielstunden!

Warum nicht?

Ich sage: "Viele Verhaltensauffälligkeiten entstehen erst

durch schlecht durchgeführte Welpenspielstunden!"

Sie sagen: "Aber überall wird doch betont, wie wichtig Welpenspielstunden sind!!"

 

Lesen Sie einfach weiter und entscheiden Sie selber!

 

Sie haben ihren Welpen abgeholt und mit ihm die ersten Tage verbracht, in denen er sich an Sie gewöhnen konnte.

Nun soll er aber auch andere Artgenossen kennenlernen.

Da wäre doch der Besuch einer Welpenspielstunde genau das Richtige.

Oder eher nicht?!

 

Ihr Welpe kommt aus einem Familienverband (Rudel) -

mit im Schnitt 4 - 8 Wurfgeschwistern und 

in dem jedes Mitglied seine Aufgaben und seinen Platz hat.

Meist gehören dazu die Eltern, ältere Geschwister und andere Verwandte.

Die Welpen eines Rudels sind alle im

gleichen Alter, haben einen

ähnlichen Körperbau und ein

ähnliches Gewicht.


Wie sieht es dagegen in einer Welpenspielstunde aus?

Die Welpen sind im unterschiedlichen Alter von 10 - 16 oder 20 Wochen,

sie gehören verschiedenen Rassen an,

mit unterschiedlichem Körperbau

und weichen im Körpergewicht beträchtlich von einander ab.

Was passiert z.B., wenn der 16 Wochen alte Doggenwelpe im Spiel versehentlich auf dem gleichaltrigen Mopswelpen niedergeht?

Machen Sie sich darüber Gedanken BEVOR Sie in der Welpenspielstunde ankommen.

 

Sie kommen nun auf dem Hundeplatz an und

es erwartet Sie und ihren Hund

eine bunt gemischte Gruppe aus vielen Zwei- und Vierbeinern.

Sie sind damit schon teilweise überfordert

- ist es doch alles neu für Sie.

Wie ergeht es da ihrem kleinen Welpen?

 

Nun soll dieser sich freudig ins Getümmel stürzen

und mit den anderen Hunden spielen.

Schließlich nennt sich diese Veranstaltung "Welpenspielstunde"!!

Doch die anderen Hunde sind ihm völlig fremd,

es ist nicht seine Familie!!

Warum sollte er mit ihnen spielen?!

Und so wird er den anderen Hunden entgegentreten.

Er wird versuchen sich zu behaupten.

Denn Sie als Hundeführer stehen meist irgendwo herum und

beobachten ihren Schatz wie er so schön spielt.

 

Aber ist es wirklich "Spiel"?!

Spiel im Hundeleben ist IMMER Jagdtraining!

Dabei werden die Fähigkeiten trainiert,

die dem Hund später ein Überleben sichern würden.

Nun sehen wir uns die "Welpenspielgruppe" mal an. Da tummeln sich Hunderassen quer Beet. Mit völlig verschiedenen Veranlagungen. Mißverständnisse sind da vorprogrammiert.

Wer regelt diese Mißverständnisse?

Sie, der Trainer oder soll ihr Hund dies alleine erledigen?!

Im Spiel mit seinen Geschwistern wäre jeder mal Jäger und Gejagter.

Und wenn es die Jugend zu toll treibt,

gibt es die Eltern, Geschwister oder Verwandten, die eingreifen.

Aber in der Welpenspielstunde?

 

Muß er sich von Älteren, Stärkeren über den Platz jagen lassen 

und um sein "Leben rennen"?!

Vielleicht möchte er gar nicht mit den anderen Hunden spielen?!


 Versucht er sein Fell zu retten

 und sucht bei Ihnen Schutz wird er als "Feigling" bezeichnet,

wehrt er sich ist er "dominant"?!

Ihm helfen dürfen Sie nicht, sie schicken ihn weg,

schließlich muß er lernen sich selber zurechtzufinden,

das nennt man dann "Sozialisation mit anderen Hunden".

 

Was haben sie nun mit dieser Art von Welpenspielstunde erreicht?

Einige Welpen kontrollieren die Lage,

tragen Machtkämpfe aus und lernen:

" Jawohl, ich kann es..." Bis sie an einen erwachsenen Hund geraten, der ihnen klar macht, daß sie sich daneben benehmen.


Andere ziehen sich zurück, verlieren das Vertrauen in sie, verbellen andere Hunde und werden im schlimmsten Fall zum Angstbeißer.

 

Was ist nun aber mit der Sozialisierung auf andere Artgenossen?

Schließlich soll sich ihr Hund später doch mit anderen Hunden prima verstehen.

In erster Linie soll der Hund sich mit Ihnen verstehen,

andere Hunde sind zweitrangig.

Er soll lernen, daß er mit ihnen Kontakt aufnehmen darf, wenn SIE es erlauben und das Gegenüber es wünscht. Nicht jeder Hund hat Interesse an Artgenossen. Diese sind deswegen weder verhaltensgestört noch schlecht "sozialisiert" - sie haben als Sozialpartner ihren Menschen - der reicht manchen Hunden völlig aus.

 Sozialpartner für ihren Hund sind - SIE !!!

Oder möchten Sie,

dass ihr Hund später alle Dinge selbstständig ohne Sie regelt?
 

Was hat ihr Hund nun gelernt in dieser Welpenspielstunde?

Zu anderen Hunden kann man jederzeit hinstürzen!

Entweder kann man versuchen sie zu jagen

oder sie verschwinden, wenn man sie anbellt.

Auf Herrchen / Frauchen brauche ich nicht zu achten.

 

So haben Sie unbewußt den Grundstein für eventuelle

spätere Verhaltensweisen gelegt,

die Ihnen und ihrem Hund das Leben im Alltag schwer machen können.

 

In meiner Hundeschule lernen die Welpen

gemeinsam mit den erwachsenen Hunden,

denn Hunde lernen auch durch nachahmen.

Ihr Lernpensum wird an ihren Entwicklungsstand angepasst.

So können sie sich schon viele Dinge von den Großen abschauen.

Von Beginn an ein gesunder Respekt vor älteren Hunden erspart ihrem Hund,

später unter Umständen so manches Loch im Fell,

weil er anderen Hunden distanzlos entgegentritt.

 

Ein wichtiger Bestandteil aller Trainingsstunden ist

Bindungsarbeit zum Hundeführer.

Spiel mit Artgenossen gehört natürlich auch dazu -

aber nur in kleinen Gruppen, niemals an der Leine!!!! und gemeinsam mit Ihnen unter Anleitung. Es sind nie mehr als 6 Hunde auf dem Platz, die spielen. Denn als Trainer muß man alle im Auge behalten, damit Spiel auch Spiel bleibt.

 

Möchten Sie lieber mit Bekannten, Freunden oder Wurfgeschwistern üben, als mit "Fremden" bieten wir ab 4 Hunden ein Kleinstgruppentraining an.